Warenkunde

Schweinehaltung: Strohschwein

Schweine sind von Natur aus aufgeweckte, clevere Tiere. Sie tollen gern mit Artgenossen, wühlen, scharren und schnüffeln. Ein alternatives Haltungssystem, das dieses natürliche Verhalten besonders begünstigt, ist die Strohhaltung. Tiere, die in dieser Umgebung aufwachsen, werden Strohschweine genannt. Dabei handelt es sich nicht um eine spezielle Rasse, sondern verweist lediglich auf die Haltungsform. Wie diese aussieht und welche Vorteile sie mit sich bringt, erfährst du in diesem Beitrag.


Haltung und Fütterung

Wie der Name schon verrät, leben die Schweine bei der klassischen Strohhaltung in einer mit Stroh ausgelegten Bestallung. Die Ställe sind häufig offen gebaut und ermöglichen den Tieren so Zugang zu frischer Luft und Tageslicht. Oft werden die Ställe in Ruhe-, Futter- und Aktivitätsbereiche eingeteilt. Die Aufteilung findet sich auch in anderen Haltungsformen, denn Schweine trennen ihren Lebensraum intuitiv in verschiedene Areale.  

Die Tiere können im Stroh wühlen und sich spielerisch auf dem weichen Untergrund bewegen. Außerdem wird durch das Stroh das Verletzungsrisiko reduziert. Im Stall befinden sich meist noch weitere Beschäftigungsmöglichkeiten für die Schweine. Dies soll Rudel-Aggressivität einschränken und ein stressfreies Zusammenleben in der Gruppe ermöglichen. Die alternative Haltung auf Stroh steht vor allem für natürliche Aufzucht und fördert das Wohlbefinden der Tiere.

Viele Landwirte verwenden für die Fütterung gentechnikfreies und biologisches Futter. Oft wird es von Schweinebauern selbst angebaut. Dieser bewusste Mehraufwand lohnt sich nicht nur für die Tiere.

Fleischqualität

Die natürliche Haltungsform sorgt für hervorragende Fleischqualität, die sich auch im Geschmack wiederfindet. Das Fleisch schmeckt aromatisch, hat eine zarte Textur und ist dabei nicht fasrig. Bei der Zubereitung verliert es wenig Wasser und bleibt so saftig und schmackhaft.

Wenn du gern regionale Landwirte unterstützen möchtest, frag beim Fleischermeister deines Vertrauens nach Strohschweinen und überzeug dich selbst vom Geschmack.


Einfach gut genießen – Dein Fleischerhandwerk

5 Comments

  • Helga

    erstmalig Fleisch bewusst Fleisch vom Strohschwein (Landschlachterei Bruns, Steinhausen) gegessen. Der Geschmack, die Qualität: sehr gut!

  • Klaus Hinkelmann

    „Ein alternatives Haltungssystem“

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich habe ‚Strohschwein‘ gegoogelt, weil der Begriff sich wohl im Handel etabliert und ich wissen wollte, was sich dahinter verbirgt.. Nun denn: gestolpert bin ich über ‚Ein alternatives Haltungssystem“ – das erste: dass das Wörtchen ‚alternativ‘ ein Gschmäckle von ‚gelogen‘ bekommen hat, namentlich durch Donald Trump. Alternative Wahrheiten sind keine Alternativen, sondern meistens ganze Lügen oder Halbwahrheiten, die womöglich noch schlimmer sind.
    Zweitens müssten Sie ja wohl sinnvollerweise erklären, wozu Strohhaltung eine Alternative Haltungsform sein soll – wahrscheinlich eine Verbesserung der Tierhaltung ggü. Spaltböden und Käfighaltung, aber wohl eher nicht zu einer wirklich natürlichen Lebensform, wie Wildschweine sie lieben. Also wohl eine Haltungsform, die den Neigungen der Tiere entgegenkommt, die Sie im Satz davor andeuten. Freilichim Rahmen dessen, was Tierhaltung unter der Vorgabe der Ökonomie erlaubt oder erfordert.
    ‚Alternativ‘ scheint mir jedenfalls aktuell ein verbrauchtes Wort zu sein.
    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Hinkelmann

    • guter genuss

      Herzlichen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar.
      Sie sprechen einen wichtigen Punkt an: Die Wortwahl im Kontext der Tierhaltung ist sensibel, und Begriffe wie „alternativ“ können – je nach Hintergrund – unterschiedlich aufgefasst werden.
      In unserem Beitrag war der Begriff „alternativ“ im Sinne eines konkreten Gegenmodells zu konventionellen Haltungsformen gemeint – also nicht als idealtypische „natürliche Lebensform“, sondern als praktikable Verbesserung unter den aktuellen Bedingungen der Nutztierhaltung.
      Vielen Dank nochmals für Ihren Denkanstoß!

    • Werner Zietz

      Ich kenne Strohschwein aus dem Südharz. Wenn ich dort bin kaufe ich es gern.
      Am Freitag wurde es bei Famila angeboten. Im Packpapier war schon relativ viel Wasser. Nach dem braten der Koteletts hielt sich die Begeisterung in Grenzen.
      Strohschwein ohne weitere Angaben ist kein Prädikat. Lässt sich gut vermarkten ohne irgendwelche Qualitätsversprechen geben zu müssen.
      Beim Fleischer kaufe ich es weiter. Im Supermarkt eher nicht.

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