Fleischer-Geschichten

Fleischermeister C. Scheller über BBQ- und Grilltrends 2019

Anfang September neigt sich der BBQ- und Grillsommer dem Ende zu. Doch auch an spätsommerlichen Tagen lässt es sich noch wunderbar am Grill aushalten.

Neben Klassikern wie Grillwürstchen, marinierten Nackensteaks oder Rinderhüfte kommen mittlerweile auch gerne neue Cuts wie das Flat Iron oder Flank Steak auf den Grill – der Trend ist längst aus den USA nach Deutschland gekommen.

 

Doch was ist neu in diesem Sommer? Was kommt auf den Rost? Womit werden Fleisch und Wurst zubereitet?

Einer, der dazu Auskunft geben kann, ist Fleischermeister Carsten Scheller aus dem Calenberger Land bei Hannover. Der 44-Jährige führt erfolgreich eine traditionelle Fleischerei mit regionalem Bezug, veranstaltet Workshops über Fleisch und Wurst und erkundet mit den benachbarten Sizzle Brothers (zwei Food-Bloggern/YouTubern) die Welt des Grillens und BBQs.

Scheller ist nicht nur Fleischer sondern auch Küchenmeister und Fleischsommelier. Damit ist er ein Experte – sowohl am Kutter als auch in der Küche und am Grill. Für den BBQ- und Grillsommer 2019 hat uns der versierte Fachmann drei Trends verraten, die sich für ihn ganz klar herauskristallisiert haben.

 


BBQ- und Grilltrends 2019

Trend 1: Ohne Knochen, ohne mich

„Dieses Jahr ist besonders auffällig, dass oft Teilstücke mit Knochen gekauft werden. Zum Beispiel unterschiedliche Rippchen wie Bauchrippchen, Leiterrippchen oder der St. Louis Cut. Oft werden wir auch nach T-Bone und Tomahawk Steaks gefragt. Solche Cuts holen sich vor allem Kunden, die sich mit der Materie beschäftigt oder sich einen neuen Grill gekauft haben. Ich denke, dahinter steckt der Wunsch nach Ursprünglichem – quasi back to the roots. Die Kunden möchten keinen anonymen Lappen Fleisch, sondern wünschen sich die sichtbare Verbindung zum Tier. Sie setzen sich aktiv mit dem Gedanken auseinander, dass da etwas geschlachtet wurde, schätzen dies wert und bereiten das Fleisch aufwändig zu.“

Trend 2: Darf‘s noch ein Drittgrill sein?

„Von Grill zu Grill gibt es Unterschiede hinsichtlich der Zubereitung. Das eine Modell kann besser smoken, das andere hat eine bessere Ober- oder Unterhitze. Ich mache die Erfahrung, dass Kunden, die im Fleischerfachgeschäft einkaufen, nicht nur einen Grill, sondern mindesten zwei mit unterschiedlichem Brennmedium besitzen. Mittlerweile geht der Trend bereits zum Drittgrill. Die Leute haben Spaß daran und zelebrieren den Grillabend – da werden schon mal alle drei Grills gleichzeitig angeschmissen, um zum Beispiel Pulled Pork und Steaks parallel zubereiten zu können. Zusätzlich schätzt jemand, der einen guten Grill besitzt, qualitativ hochwertiges Fleisch und außergewöhnliche Cuts.“

Trend 3: Maßvoll, regional und artgerecht statt „Veggie-Fleisch“

„Momentan wird in den Medien und der Öffentlichkeit viel über vegane und vegetarische Fleischersatzprodukte gesprochen. Es scheint, die Menschen beschäftigen sich immer mehr mit der Vielfalt oder auch Eintönigkeit ihrer Ernährung und werden sich darüber bewusst, was sie zu sich nehmen. Dass es für echtes, gutes Fleisch einen ähnlichen Ersatz geben muss – diese Erfahrung machen wir nicht. Unsere Kunden legen eher Wert auf ein gesundes Maß, regionale sowie qualitativ hochwertige Produkte und einen angemessenen Preis – vor allem bei Fleisch. Veggie-Fleisch bleibt eher ein Nischentrend, den es nicht beim handwerklichen Fleischer geben wird. Das Sortiment, das ein Fleischer verkauft, ist ja immer auch Ausdruck seiner Persönlichkeit – deshalb setze ich auf regionale Partner in der Landwirtschaft, Nose to Tail und alte Handwerkskunst, anstatt mir vegetarische Produkte in die Theke zu legen.“


Video mit Carsten Scheller

Mehr Infos über die Fleischerei, das Fleischerhandwerk und Expertenwissen von Carsten Scheller bekommst du in folgendem BBQ-Talk mit den SizzleBrothers auf YouTube:


Einfach gut genießen – Dein Fleischerhandwerk

 

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