Fleischer-Geschichten

Verpackungsfreie Fleischerei: DieFeinschmecker Frohme in Hamburg

Eine Plastiktüte braucht – je nach Beschaffenheit – zehn bis zwanzig Jahre, um sich zu zersetzen. Ob sich die im Plastik enthaltenen Polymere dann auch vollständig abgebaut haben, kann jedoch letztlich niemand mit Gewissheit sagen. Umso wichtiger ist es, sich Gedanken darüber zu machen, wie wir den Verbrauch von Plastik einschränken können. Die Fleischerei DieFeinschmecker Frohme in Hamburg ist eines der Unternehmen im Fleischerhandwerk, das sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt.

Für nur fünf Euro die Umwelt schonen

Michael Durst, Jasmin Möding und Ilona Durst bei Neueröffnung

Im Januar 2019 feierte das Ladengeschäft der Hamburger Traditionsfleischerei DieFeinschmecker Frohme Neueröffnung. Seither können die Kundinnen und Kunden in der Frohmestraße 32 verpackungsfrei und nachhaltig einkaufen. Ein ausgeklügeltes Pfandsystem macht’s möglich. „Mit der Einführung des Pfandsystems haben wir auf Kundenwünsche reagiert. Viele sind mit eigenen Dosen und Töpfen hergekommen, um ihren Einkauf und ihr Mittagessen verpackungsarm transportieren zu können. Da wir ‚fremdes‘ Geschirr aus hygienischen Gründen nicht annehmen dürfen, mussten wir uns etwas überlegen“, so Jasmin Möding, geschäftsführende Inhaberin des vom Obermeister der Fleischerinnung Hamburg, Michael Durst, gegründeten Familienunternehmens. Entscheidet sich der Kunde, am Pfandsystem teilzunehmen, erhält dieser für fünf Euro eine hochwertige Hartplastik-Dose. Die Dosen sind auslaufsicher, farbecht, geschirrspülmaschinen- und mikrowellengeeignet und gewährleisten einen einwandfreien, hygienischen Ablauf. Das Konzept kommt an: „Zum Teil hat eine Familie bis zu drei Dosen im Umlauf“, freut sich Möding. Generell konnte die junge Chefin beobachten, dass seit Einführung des Pfandsystems immer mehr Kunden eigene Beutel und Taschen zum Einkauf mitbringen.


 


Was darf in die Dose?

Zu Anfang waren die Pfanddosen nur für Fleisch- und Wurstwaren gedacht. Mit der Zeit entwickelte sich das Konzept jedoch schnell weiter: „Einige Stammkunden wollten auf diese Art und Weise auch den Mittagstisch transportieren – jetzt gibt es unser Mittagsessen quasi auch to go“, berichtet Möding. Ob Aufschnitt, Gulasch, fertige Menüs, Grillwürstchen oder Steaks – vom Rind und Schwein darf alles rein. Bei Geflügel sieht das Ganze etwas anders aus: „Bei Hähnchen, Pute, Ente oder Gans gelten andere Hygienebestimmungen als z. B. bei Rindfleisch. Aus diesen Gründen können wir Geflügel nicht in den Mehrweg-Dosen verpacken und greifen auf die konventionellen Lösungen zurück“, erklärt Möding.

Verantwortung übernehmen

„Unsere Kunden beschäftigen sich zunehmend damit, was und wie sie konsumieren. Daran sollten wir uns anschließen. In einer Fleischerei wird man zwar nie gänzlich auf Verpackungen verzichten können. Aber wo die Hygienebestimmungen es zulassen, kann man durchaus Einsparungen vornehmen“ so Möding. Bereits 2018 hat das Unternehmen Teile der hauseigenen Manufaktur klimaneutral gestaltet. Und auch das Geschäft setzt nach dem Umbau auf eine Beleuchtung mit LED und eine Kühlung mit einem speziellen System, das Außenluft solange speichert, bis man darauf zugreifen möchte. „Wir sind gespannt wo die Reise zur klimaneutralen Fleischerei noch hingeht und werden auf jeden Fall weiterhin getreu dem Motto ‚Mehrweg statt Einweg‘ agieren.“

Mehr Infos unter: www.diefeinschmecker.de

 

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