Fleischer-Geschichten

Kleines Idyll mitten in Schleswig-Holstein

Im neuesten Film des Deutschen Fleischer-Verbands stellen Fleischerinnen und Fleischer aus allen vier Himmelsrichtungen ihre regionalen Spezialitäten vor. Stellvertretend für den Norden: Anna Steffen vom Hof Steffen.

„Ich bin als Norddeutsche so stolz auf den Katenschinken, weil der schmeckt super, und es steckt viel Handwerk drin.“

So beschreibt Fleischermeisterin Anna Steffen den norddeutschen Klassiker, der in fast jedem Fachgeschäft Schleswig-Holsteins, Hamburgs und im nördlichen Niedersachsen zum Standardsortiment gehört.

Wie alles begann

Bernd und Anna Steffen sind stolz auf ihre Produkte und ihren Familienbetrieb.
© Manuel Weber

Schon seit 1650 betreibt die Familie Steffen in dem Örtchen Muxall bei Kiel ihren landwirtschaftlichen Betrieb samt Räucherkate für den Eigenbedarf. Anfang der 1970er-Jahre starten die Eltern des heutigen Betriebsinhabers Bernd Steffen dann die Selbstvermarktung auf Kieler Wochenmärkten. Die Qualität und der Geschmack des Katenschinkens und der Mettwurst aus dem Probsteier Katenrauch sprechen sich rum. Schnell sind Steffens eine feste Größe auf den Wochenmärkten der Region.   

Echtes Familienunternehmen

Anfang der 1990 übernehmen Bernd Steffen und seine Frau Dörte den elterlichen Hof. Sie bauen Herstellung, Produktvielfalt und den Verkauf weiter aus. „Es gibt immer weniger Betriebe wie uns. Von der Aufzucht über das Futter bis hin zur Schlachtung und Veredelung – jeder von uns hat hier seine Aufgabe“, sagt Inhaber Bernd Steffen. Tochter Anna steht in den Startlöchern, die Fleischerei zu übernehmen. Sohn Christopher hat in der Landwirtschaft seine Berufung gefunden.

Auf Hof Steffen zieht die ganze Familie an einem Strang.

„Natürlich können wir nicht alles alleine wuppen. In unseren vier Geschäften, auf den Wochenmärkten und in der Produktion unterstützen uns rund 40 Angestellte“, so Anna Steffen. „Einige unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben mich und meine Geschwister aufwachsen sehen. Die kennen sich hier fast noch besser aus als ich“, erklärt die 25-Jährige und grinst.

Aus eigener Aufzucht und Herstellung

Insgesamt gehören zum Hof Steffen rund 150 ha Ackerfläche und Grünland. Hier wird alles angebaut und weiterverarbeitet, was die etwa 500 Schweine und 75 Rinder benötigen: Getreide, Silage, Stroh. Während der Sommermonate kommen noch einige Hühner dazu. Um die Kälber besonders in ihren ersten Lebenswochen rund um die Uhr versorgen zu können, ist ihr Stall direkt am Haupthaus gelegen. Nach vier Monaten stoßen die Jungtiere dann zur Herde in den Offenstall oder auf die Weide.

Fast alle Tiere, die auf dem Hof Steffen geschlachtet werden, stammen aus der eigenen Aufzucht. „Sonntags schlachten wir Schweine, Rinder und Lämmer sind montags an der Reihe“, so der gelernte Landwirt und Fleischermeister Steffen. „Das Schlachten ist immer etwas Besonderes, weil das Tier ja für unseren Genuss stirbt“, gibt er zu bedenken. Um genug Zeit für jedes Einzelne zu haben, kümmern sich Steffen und seine Mitarbeiter um durchschnittlich zehn Schweine pro Schlachtmorgen. Akkordarbeit gibt es auf Hof Steffen nicht.

Erholung

Zum Abschluss eines arbeitsreichen Tages genießt es die Familie Steffen gemeinsam im liebevoll angelegten Bauerngarten Zeit zu verbringen. Dann sind die Läden geschlossen, alle Tiere versorgt und sie haben ihr Zuhause für sich. Das ist nicht ganz selbstverständlich, denn der Garten mit seinen niedrigen Buchsbaumhecken, Stockrosen und Löwenmäulchen steht auch allen Kundinnen und Kunden von Hof Steffen für ein Picknick zur Verfügung.  

Hier geht’s zur Fleischer-Geschichte über Werner’s Metzgerei aus dem Siebengebirge, die du auch im Film siehst.


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