Warenkunde

Flönz – Rheinisches Original

Im Rheinland gehört sie zum Einkauf beim Fleischer wie das Kostüm zum Karneval: Die Flönz. Die Blutwurst ist ein Stück rheinische Handwerkstradition. Viel besungen, in Büttenreden erwähnt, als warmes Mittagsessen oder als Kamelle beim Umzug –  Vor, während und nach dem Karneval ist die Flönz im Rheinland extrem beliebt.


Herstellung

Eine klassische Flönz enthält gewürfelten Schweinespeck, Schweinefleisch und natürlich Schweineblut. Gewürzt wird das Brät mit Salz und Gewürzmischungen, die von Fleischer zu Fleischer unterschiedlich ausfallen können. Optional werden auch gern Fleischfonds und Zwiebeln hinzugegeben. Die Zutaten werden nach alter Handwerkstradition verarbeitet: Die Schwarten und das Schweinefleisch werden schonend gegart und anschließend gekuttert. Hinzu kommen die Speckwürfel, die vorher gebrüht werden müssen, da sie sich sonst mit dem Blut vollsaugen und ihre weiße Farbe verlieren. Zum Brät kommen Salz und Gewürze. Anschließend wird alles mit dem Schweineblut vermengt. Die fertige Masse füllt der Fleischermeister in Kunst- oder Naturdärme und formt daraus Kränze, die nochmals gegart werden. Flönz wird frisch oder geräuchert angeboten.


 „Kölsche Kaviar“

Die Konsistenz einer klassischen Flönz ist weich aber gleichzeitig schnittfest. Sobald man sie aufschneidet ergibt sich ein ebenmäßiges Schnittbild: Die rotbraune Wurst ist von feinen weißen Speckstücken durchzogen. Das Rheinländer Original wird warm oder kalt gegessen. Typisch ist die Kombination von gebratener Flönz mit Kartoffeln und Äpfeln („Himmel un Ääd“). Während des rheinischen Karnevals ist die Flönz darüber hinaus der deftige Snack schlechthin: Jecken genießen die Blutwurst in der „fünften Jahreszeit“ gern mit Senf und Zwiebeln im Brötchen – Allgemein bekannt als „Kölsche Kaviar“.

Leckere Rezepte und Zubereitungstipps findest du auf der Website der Schutzgemeinschaft Kölner Wurstspezialitäten e. V.


Flönz g.g.A

Seit 2016 ist für die Flönz durch das g.g.A-Siegel (geschützte geografische Angabe) ein klares Herstellungsgebiet abgesteckt. Nur Flönz, die in Köln, Leverkusen, Bergisch Gladbach, Rösrath, Wesseling, Brühl, Hürth, Frechen, Pulheim, Bonn, Neuss, Dormagen, Monheim, Ratingen, Düsseldorf und dem Rhein-Sieg-Kreis hergestellt wird, darf sich auch so nennen. Darüber hinaus definiert das Siegel auch die Zutaten, Form und Größe der Wurst. So soll ein Stück rheinische Fleischerkultur erhalten bleiben. Mehr Infos findest du hier: https://www.floenz.de/


Einfach gut genießen – Dein Fleischerhandwerk

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