Fleischer-Geschichten,  Warenkunde

„…wat schönret gibt et nich als wie Currywurst…“

… diese Zeile stammt aus dem Songtext „Currywurst“ von Herbert Grönemeyer aus dem Jahr 1982. Ein Song für eine Wurstspezialität! Das zeigt, dass die Currywurst viele Fans hat – als Imbiss ist sie in Deutschland nicht mehr wegzudenken.

Vor allem die Frage, wer sie erfunden hat, ist immer wieder Anlass für Artikel und Beiträge in den Medien. Angeblich hat Herta Heuwer erstmals am 4. September 1949 an ihrem Imbissstand in Berlin-Charlottenburg eine gebratene Brühwurst mit einer Sauce aus Tomatenmark, Currypulver, Worcestershiresauce und weiteren Zutaten, angeboten. Im Jahr 1959 ließ sie den Namen der Sauce, die „Chillup“ genannt wurde, als Marke schützen. Der Imbiss der Herta Heuwer entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer festen Institution. Seit 2003 befindet sich an der „Geburststätte“ der Currywurst sogar eine Gedenktafel. Der bekannte Autor Uwe Timm erzählt in seiner Novelle „Die Entdeckung der Currywurst“ allerdings eine ganz andere Geschichte: In Hamburg sei diese Spezialität erfunden worden und zwar von einer Lena Brückner am Hamburger Großneumarkt.

Welche Geschichte du glaubst, sei dir überlassen. Fest steht: Die Currywurst ist lecker und äußerst beliebt. Aber was für eine Wurst versteckt sich eigentlich unter der Sauce? Und wie wird sie hergestellt? Wir haben für euch die „Berliner Currywurst“, so die offizielle Bezeichnung, unter die Lupe genommen.


Was ist drin?

Für die Herstellung wird ausschließlich Schweinefleisch verwendet: 50% Schweineschulter, 20% Eisschnee, 20% Schinkenfett und 10% Backen. Gewürzt wird mit Pfeffer, gemahlenem Kümmel, Curry, Muskatnuss und Ingwer.

Wie wird die Currywurst hergestellt?

Die Herstellung entspricht im Wesentlichen der klassischen Brühwurstherstellung. Das ausgesuchte und sorgfältig von Sehnen befreite Schweinefleisch wird im Fleischwolf vorzerkleinert. Das vorgewolfte Fleisch wird mit dem Speisesalz, dem Schinkenfett, den Backen, den Gewürzen und dem Eisschnee zu einem glatten und homogenen Wurstteig auf eine Endtemperatur von 16°C zerkleinert. Der Eisschnee, auch Schüttung genannt, verhindert die unerwünschte Erhitzung des Bräts und gewährleistet die Saftigkeit des Würstchens. Von einigen Fleischern wird die Currywurst auch mit Pökelsalz als sogenannte „Rote Ware“ hergestellt. Das Brät wird in dünne Schweinedärme gefüllt und einzeln abgedreht. Danach wird die Wurst im offenen Kessel oder bei feuchter Hitze in der Garkammer gebrüht.

Currywurst aufs Brot
Helmut Krengel /fotocredit Rainer Heck

Eine ganz besondere Spezialität hat Metzgermeister Helmut Krengel aus Sundern-Dörnholthausen erfunden: Einen Currywurstaufschnitt fürs Brötchen, der dem Erfinder sogar den Innovationspreis 2017 des Fleischerverbandes Nordrhein-Westphalen beschert hat (Gold in allen Bereichen: Idee, Geschmack, Zusammensetzung). Mehr dazu liest du hier.

 

 


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