Guter Genuss

Meister machen

Bundesweit gibt es vier ausgewiesene Meisterschulen im Fleischerhandwerk. Diese befinden sich in Augsburg, Frankfurt am Main, Hamburg und Landshut. Durchschnittlich kann sich das Handwerk jährlich über 400 frischgebackene Fleischermeisterinnen und -meister freuen. Einer von ihnen ist der 27-jährige Jan Heinrich Kröger. Grade absolviert er den 180. Meisterkurs an der Ersten Norddeutschen Fleischerfachschule in Hamburg.

Wie bist du aufs Fleischerhandwerk aufmerksam geworden?

Das hatte bei mir wenig mit Aufmerksamkeit zu tun. Meine Familie besitzt eine Fleischerei in Schleswig-Holstein, da bin ich in den Beruf hereingewachsen.

Weshalb machst du nun den Meister?

In erster Linie mache ich den Meister für mich selbst. Damit bereite ich mich auf die Selbstständigkeit vor, stelle die Weichen gen Zukunft. Nach der Ausbildung habe ich auch mal angefangen, Lebensmitteltechnik zu studieren – das war mir aber zu realitätsfern.

Und das ist bei der Weiterbildung zum Meister anders?

Ja, denn der Meisterkurs knüpft inhaltlich an die Ausbildung an und hat einen hohen Alltagsbezug. Neben dem praktischen Teil, in dem wir unser handwerkliches Können in Sachen Wurstherstellung, Zerlegung und Fingerfood vertiefen, spielen auch wirtschaftliche, buchhalterische und rechtliche Aspekte eine Rolle in der Weiterbildung.

Wo siehst du dich in fünf Jahren?

Im eigenen Betrieb mit eigener Zeiteinteilung. Ich möchte dazu beitragen, dass es unser Handwerk noch lange gibt. Es wäre schön, wenn junge Leute unsere Berufe kennenlernen wollen würden. Die bekannten Vorurteile treffen nicht mehr zu. Nicht umsonst ist das Thema Technologie elementarer Bestandteil des Meisterkurses. Moderne Verfahren erleichtern unsere täglichen Aufgaben enorm.

Außerdem wird vielen Menschen die Herkunft ihrer Lebensmittel immer wichtiger. Im Fachgeschäft können wir diese Transparenz gewährleisten. Auch beim Thema gesunde Ernährung und Genuss können wir mit unserem Wissen punkten.

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