Moritz Becker in Fleischerausrüstung lächelnd an einem Wurstwagen.
Fleischer-Geschichten,  Guter Genuss

Universell einsetzbar – Moritz Becker repräsentiert die Vielfalt des Fleischerhandwerks

Traditionen bewahren und Menschen für das Handwerk begeistern. Das ist Moritz Becker ein wichtiges Anliegen. Genau dies setzt der junge Fleischer auch um. Moritz Becker kommt aus Treysa, einem Ortsteil der Stadtgemeinde Schwalmstadt im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis. Er kann von einer Vielfalt in seiner Arbeit berichten, die nur wenige erleben.

Im Jahr 2021 entschied sich der damalige Abiturient für eine Fleischerlehre in der Fleischerei Becker, im Familienbetrieb. Moritz Becker ist dabei nicht der erste in seiner Familie, der den Beruf des Fleischers gewählt hat: Sein Vater Jörn Becker führt die Fleischerei Becker, die von Urgroßvater Heinrich gegründet wurde und auch Großvater Werner erlernte das Handwerk.

Eine berufliche Laufbahn mit Abwechselung

2023 schloss er seine Ausbildung als Innungsbester ab und nahm am Landeswettbewerb des Fleischerverbands Hessen teil, einem praktischen Berufswettbewerb für den Nachwuchs im Handwerk. Nach dieser Teilnahme wurde er für das Casting der Nationalmannschaft des deutschen Fleischerhandwerks in Hannover vorgeschlagen. Hier stellte er sein Können unter Beweis und ist seit Anfang 2024 Teammitglied. Seitdem umfassen seine Aufgaben nicht mehr nur Zerlegung und Produktion im Stammhaus sowie die Tätigkeiten im Büro, sondern auch die Repräsentation des Handwerks auf zahlreichen Veranstaltungen. Moritz Becker erklärt: „Es liegt mir, Menschen im persönlichen Gespräch darüber zu informieren, was unsere Spezialitäten sind, was unseren Beruf ausmacht und wie vielseitig unser Handwerk ist.“

Qualitätsprüfung in Bangkok

Besonders aufregend war in diesem Zusammenhang sein mehrtägiger Aufenthalt in Bangkok auf der Messe Meat pro Asia, der asiatischen Schwestermesse der IFFA. Auf der IFFA, der internationalen Leitmesse der Fleischwirtschaft in Frankfurt am Main werden internationale Qualitätswettbewerbe des Deutschen Fleischer-Verbandes (DFV) ausgetragen. Es kommt manchmal vor, dass lebensmittelrechtliche Bestimmungen den Import von Fleischerzeugnissen aus Drittstaaten nach Deutschland erheblich erschweren oder sogar unmöglich machen. In diesen Fällen führen Experten des DFV ihre Prüfungen dann nicht nur auf der IFFA, sondern auch direkt vor Ort im Ausland durch. Als Mitglied einer fünfköpfigen deutschen Bewertungsdelegation war Moritz Becker in Bangkok damit betraut, 350 asiatische Wurstspezialitäten nach deutschen Standards zu testen und zu bewerten. Im September 2025 bildete sich Moritz Becker im BTZ Weiterstadt zuletzt zum Fleischsommelier weiter.

Was bedeutet es Fleischsommelier zu sein?

Neben seinen Erfahrungen im Familienbetrieb und in der Nationalmannschaft hat Moritz Becker als Fleischsommelier ganz besonderes Expertenwissen. Er kennt sich mit den unterschiedlichen Rassen bei Rind, Schwein, Lamm und Geflügel aus sowie mit Ursprung, Haltung und Schlachtung. Zudem weiß er als Fleischsommelier ganz genau, wie Speisen gewürzt oder zubereitet werden. Mit Blick in die Zukunft strebt Moritz Becker den Meistertitel an, die höchste Qualitätsauszeichnung, die es in der Ausbildung gibt. Es ist also mehr als passend, dass sich der junge Fleischer als universell einsetzbar bezeichnet.

Bild: © Moritz Becker/DFV


rote f-Marke des Deutschen Fleischer-Verbandes

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