Kroket mit Teller mit Piekser mit niederländischer Flagge
Guter Genuss,  Warenkunde

Niederlande: nicht alles Käse!

Gouda, Edamer, Tilsiter: Denkt man an die Niederlande, fallen einem meist zuerst die gelben Käseräder ein. Dabei kann das Land kulinarisch noch mit etwas anderem punkten, das hierzulande viel weniger bekannt ist: seiner etwas ungewöhnlichen Fleisch- und Wursttradition.

Rookworst

Die Rookworst gilt vielen als die niederländische Wurst schlechthin. Es handelt sich um eine grobe, kräftig geräucherte Brühwurst aus Schweinefleisch, die traditionell nicht roh, sondern erhitzt gegessen wird. Ob gekocht, gebraten oder gegrillt, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Ihr rauchig-würziger Geschmack macht sie zum perfekten Partner für Snert, die dicke niederländische Erbsensuppe, oder für Stamppot, den klassischen Kartoffelstampf mit Grünkohl oder Sauerkraut. Vor allem im Winter landet sie in vielen Haushalten regelmäßig auf dem Tisch.

Snert mit Rookworst
Snert mit Rookworst; Foto: © Sidney vd Boogaard – stock.adobe.com

Frikandel

Wer schon einmal an einer niederländischen Frittenbude (Frituur) stand, kennt sie: die Frikandel. Anders als eine klassische Bratwurst besteht sie aus fein püriertem, gewürztem Fleisch (meist eine Mischung aus Schwein, Rind und manchmal Huhn) ohne erkennbare Fleischstücke. Die längliche, dunkle Wurst wird meistens „speciaal“ bestellt: mit Mayonnaise, Curryketchup und rohen Zwiebelwürfeln obendrauf.

Kroket

Etwas feiner geht es bei der Kroket zu. Dabei handelt es sich um eine panierte, frittierte Rolle mit cremiger Ragoutfüllung, meist aus Rindfleisch. Innen herrlich sämig, außen knusprig-goldbraun – ein Kontrast, der süchtig macht. Die kleine Variante, der Bitterbal, ist in jeder niederländischen Kneipe als Beilage zum Bier zu finden und gehört zu den beliebtesten Borrelhapjes (Häppchen zum Umtrunk) des Landes.

Kroket auf Teller mit Piekser mit niederländischer Flagge
Foto: © New Africa – stock.adobe.com

Saté

Bei der Saté zeigt sich, wie sehr die niederländische Küche von der Kolonialzeit in Indonesien geprägt ist. Kleine Fleischspieße, meist vom Huhn, werden gegrillt und mit einer würzigen Erdnusssauce serviert. Auch als Füllung für Kroketten taucht Saté auf. Wer in den Niederlanden isst, stößt schnell auf solche indonesischen Einflüsse. Sie gehören mittlerweile ganz selbstverständlich zur Alltagsküche.

Saté - Hühnchenspieße mit Erdnusssauce
Foto: © bugking88 – stock.adobe.com

Ossenworst

Alle, die es etwas rustikaler mögen, sollten die Ossenworst probieren. Die luftgetrocknete, geräucherte Rindfleischwurst wird dünn aufgeschnitten und mit Röstzwiebeln sowie scharfem Senf roh gegessen. Besonders in Amsterdam hat die Wurst Tradition und gilt dort fast als kulinarisches Wahrzeichen.

Fünf gute Gründe für einen Kurztrip 

Die gute Nachricht: Man muss für diese Genüsse nicht weit reisen. Viele niederländische Städte sind von Deutschland aus in wenigen Stunden erreichbar. Ein Wochenendtrip nach Amsterdam, Rotterdam, Utrecht oder Maastricht lässt sich so wunderbar mit einer kleinen kulinarischen Entdeckungstour verbinden. Dazu gehört dann natürlich auch ein Stück Käse.

Titelbild: © New Africa – stock.adobe.com


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